Am gestrigen Abend fand die 72. Jahreshauptversammlung des Tiroler Eishockeyverbandes statt. Zehn Vereine waren direkt oder über ihre Vertretungen teilnehmend und sorgten damit für Beschlussfähigkeit. Die Versammlung wurde heuer etwas später abgehalten als gewohnt und stand besonders im Zeichen eines bedeutenden personellen Wechsels: TEHV-Präsident Rainer Partl legte nach mehr als sechs Jahren seine Funktion zurück.
Rainer Partl zieht Bilanz: „Eine spannende, aber auch herausfordernde Zeit“
Rainer Partl eröffnete die Sitzung und nutzte diesen Anlass, auf seine Amtsjahre zurückzublicken. Die Übernahme des Präsidentenamtes nach Peter Schramm sei ein „spannender Schritt in bewegten Zeiten“ gewesen. Unter anderem prägten die Corona-Pandemie sowie die aktuelle Energiekrise die Tiroler Eishockeylandschaft.
„Gerade während Corona ist es uns gemeinsam gelungen, neben Kärnten Tirol als eines der wenigen Bundesländer möglichst lange im Spielbetrieb zu halten. Dadurch hatten wir österreichweit die geringsten Nachwuchsabgänge“, betonte Partl.
Ein zentraler Meilenstein seiner Amtszeit war das mit dem Land Tirol initiierte Streamingprojekt, das dem Eishockey im Land mehr Sichtbarkeit geben sollte. Schulungen und Informationsaustausch mit den Vereinen begleiteten das Projekt von Beginn an. Partl erklärte jedoch auch die Herausforderungen wie etwa ein Wechsel des Streamingpartners aufgrund einer Insolvenz sowie Verzögerungen bei Kamera-Installationen wegen Datenschutzthemen oder mangelnder Internetkapazitäten.
„Die Möglichkeit, Spiele eigenständig zu vermarkten, wurde von allen Vereinen begrüßt. Manche haben sich jedoch zu wenig mit der Chance befasst, diese neue Vertriebsform auch wirklich zu nutzen.“ Die bekannten Selbstkosten von 100 Euro pro Monat (vom TEHV zusätzlich unterstützt) wären notwendig, um das Gesamtprojekt im Sinne des Sports aufrechtzuerhalten.
Auch im Nachwuchsbereich konnte Partl positive Entwicklungen hervorheben. Die Tiroler U14-Auswahl zeigte beim renommierten ARGE-ALP-Turnier Jahr für Jahr stärkere Leistungen und feierte Siege. Die Zusammenarbeit mit dem HC Innsbruck, als Leitverein des Landes, habe sich deutlich verbessert, trotz eines starken Zustroms an Nachwuchsspielern Richtung HCI. Besonders stolz zeigte sich Partl zudem über die Begleitung der Übernahme der Eishalle Telfs, sowie über die Forcierung einer professionellen sportlichen Expertise durch den regionalen Entwicklungstrainer.
Gleichzeitig sprach er offen über belastende Momente: „Es war eine spannende, aber manchmal auch zermürbende Zeit – vor allem, wenn Kritik persönlich wurde oder Gerüchte die Realität verzerrten.“ Partl stellte klar, dass seine Stärke nicht im sportlichen Detail gelegen habe, sondern „im Schaffen guter Rahmenbedingungen, im politischen Austausch und in der gemeinsamen Gestaltung der Zukunft mit den Vereinen“.
Aufgrund der zuletzt gehäuften Kritik und kursierenden Gerüchte entschloss sich Partl, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Durch seine Steuerberatungskanzlei wird die Buchhaltung des Verbands jedoch weiterhin kostenfrei unterstützt, und Partl betonte dass er dem aktuellen Vorstand bei Bedarf beratend erhalten bleibt.
Benni Schennach übernimmt: „Gemeinsam lösungsorientiert in die Zukunft“
Der Vorstand ernannte einstimmig Benni Schennach zum neuen Präsidenten des TEHV und die Generalversammlung bestätigte einstimmig diesen Zug. Die Übergabe erfolgte bewusst während der laufenden Saison, um keinerlei Einschränkungen im Spielbetrieb zu verursachen. Schennach führt somit die laufende Vorstandsperiode bis 2027 mit dem gewählten Vorstand fort. Ebenfalls neu kooptiert wurde Yan Hois als Nachwuchskoordinator, der in zwei Wochen beim Arge Alp Turnier im Trentino keinen besseren Startzeitpunkt für die Einarbeitung seiner neuen Tätigkeit hätte wählen können.
Nach rund 30 Minuten übernahm Schennach die Tagesordnung und leitete durch die weiteren Punkte. Alle Tagesordnungspunkte wurden einstimmig, ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen, beschlossen. Der Finanzbericht wurde positiv angenommen, und die Rechnungsprüfer bekräftigten den Entlastungsvorschlag des Kassiers. Unter dem Punkt Allfälliges bedankten sich die anwesenden Vereine nochmals ausdrücklich bei Rainer Partl für sein Engagement und seine Verdienste.
In seiner ersten Wortmeldung als Präsident betonte Schennach, „..die kommenden Jahre werden herausfordernd, aber ich freue mich auf eine offene, kompetente Zusammenarbeit mit allen Vereinen. Unser Ziel ist es, das Tiroler Eishockey finanziell stabil zu halten, den Nachwuchs weiterzuentwickeln und die Vereine in Infrastruktur-, Eiszeit- und Ausbildungsfragen bestmöglich zu unterstützen. Nur gemeinsam können wir die Zukunft unseres Sports aktiv gestalten und dazu benötigen wir weiterhin euer Engagement.“
